„Die Dosis macht das Gift“: Was bedeutet das?
Von wem stammt er?
Von Paracelsus, einem Arzt des sechzehnten Jahrhunderts. Sein Gedanke lautet sinngemäß: Alle Dinge seien Gift, und allein die Dosis entscheide darüber, ob etwas als Gift wirke.
Der Satz gilt als Gründungsformel der Toxikologie, und er war zu seiner Zeit eine erhebliche Zumutung, weil er die Trennung zwischen Heilmittel und Gift aufhob.
Stimmt das mit dem Wasser?
Ja. Wer in kurzer Zeit mehrere Liter trinkt, ohne Salze aufzunehmen, riskiert eine Wasservergiftung: Der Natriumgehalt im Blut sinkt, und Zellen nehmen Wasser auf und schwellen an.
Todesfälle sind dokumentiert, meist bei Trinkwettbewerben oder Ausdauersport. Der Satz ist also kein rhetorischer Kniff.
Wo wird er falsch benutzt?
Als Freibrief. Aus der Aussage, dass unterhalb einer Menge nichts passiert, folgt nicht, dass jede beliebige Menge unbedenklich ist, und auch nicht, dass es für jeden Stoff eine unschädliche Schwelle gibt.
Bei krebserregenden Stoffen etwa geht die Toxikologie davon aus, dass es keine sichere Untergrenze gibt. Der Satz gilt also nicht ausnahmslos.
Warum hält er sich trotzdem?
Weil er einer verbreiteten Denkweise widerspricht, nach der Stoffe entweder gut oder schlecht sind. Diese Einteilung ist bequem, und Paracelsus hat sie vor fünfhundert Jahren erledigt.
Die passende Karaffe gibt es bei uns.
Und, gemerkt?
Von wem stammt „Die Dosis macht das Gift“?
